Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte 1895 durch Zufall die körperdurchdringenden Egenschaften von elektromagnetischen Wellen, die durch die Beschleunigung von Elektronen einer Glühkathode an einer Anode frei werden. Die zunächst von ihm benannten X-Strahlen erhielten später zu seinen Ehren den Namen Röntgenstrahl (im angloamerikanischen Sprachraum spricht man allerdings noch heute vom “X-Ray”). Die verschiedenen Gewebe des Körpers absorbieren die Strahlung unterschiedlich, so dass je nach deren Absorptionsfähigkeit der darunter liegende Film mehr oder weniger geschwärzt wird. Die anfängliche Euphorie über diese Entdeckung gipfelte in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts in Durchleuchtungsapparaten, mit denen ganze Filme des lebenden Menschen unter Röntgenstrahlung aufgenommen wurden. Schließlich mußte man jedoch auch die schädigende Wirkung von hohen Strahlendosen akzeptieren und ging zu Systemen über, die mit möglichst wenig Energie ein Maximum an Bildausbeute ermöglichten. Zu solchen technischen Neuerungen zählten unter anderem die Mehrpulsgeneratoren, Einführung von Streustrahlenrastern oder die Verstärkung des Bildsignals durch fluoreszierende Folien. In den 70er Jahren betimmten noch konventionelle Röntgenanlagen das Bild. Das zu belichtende Medium bestand aus einer Kassette mit Verstärkerfolie und eingelegtem Röntgenfilm (sog. Film-Folien-Kombination). Diese Filme mußten in der Dunkelkammer entwickelt, fixiert und getrocknet werden. Auch wenn dieser Schritt später von automatischen Filementwicklungsmaschinen übernommen wurde, so blieb das fotografische Prinzip des silberhaltigen Filmes lange bestehen. Die Herausforderung für die Technik bestand also darin, zum einen leistungsfähigere Generatoren zu entwickeln, die eine schnelle Energiebereitstellung für die Röntgenröhre und damit weniger Strahlenbelastung für den Patienten ermöglichten, zum anderen in der Ablösung des teuren und in seiner Qualität instabilen Röntgenfilmes. Erste Versuche einer digitalen Bildgebung gab es bereits in den 80er Jahren, der endgültige Durchbruch der digitalen Radiografie gelang aber erst mit der Schaffung hochauflösender Foliensysteme, die den Röntgenfilm ohne Verlust an Qualität ersetzen konnten, eingebunden in moderne und schnelle Folienlesegeräte, deren Performance heutzutage auf modernster Computertechnologie basiert.